Landshuter Dulten

Landshuter Dulten

Herzlich willkommen auf den Landshuter Dulten!

Die Frühjahrs- und Bartlmädult auf der Grieserwiese an der Wittstraße sind zwei beliebte Volksfeste in der Stadt Landshut. Die Dult im Frühjahr findet in der Regel immer zwei Wochen nach Ostern statt und gehört damit zu den ersten Volksfesten nach der Winterpause in Bayern. Die Bartlmädult ist im August stets ein beliebter Publikumsmagnet.

Allen Besuchern viel Spaß auf der Vergnügungs- und Verkaufsdult!

Parkplatzhinweise:
Das Parkhaus an der Wittstraße ist täglich bis 01.00 Uhr und das Parkhaus auf der Mühleninsel ist Tag und Nacht geöffnet.

Das Landshuter Dultwesen in alter Zeit


Wie sind die Landshuter Dulten entstanden? Beide haben eine Jahrhunderte alte Geschichte, wie ein Blick in die Geschichte und ins Stadtarchiv zeigt.

Mit der schon im frühen Mittelalter einsetzenden Arbeitsteilung auf den grundherrschaftlichen Höfen und der daraus folgenden Ausbildung der Handwerke setzte auch der Prozess des Warenaustausches und des Warenverkaufes ein. Die in wachsender Zahl erstellten Arbeitsprodukte, Viktualien und Handwerkserzeugnisse wollten abgesetzt und an den Mann gebracht werden. Wie der frühere Landshuter Stadtarchivar Theo Herzog schreibt und in zahlreichen Archivmaterialen nachzulesen ist, schufen die Obrigkeiten zu diesem Zweck den Markt. Dieser durfte ursprünglich als fliegende Einrichtung an bestimmten Tagen und Orten, meist an Straßenkreuzungen abgehalten werden. Später aber wurde er zur festen Einrichtung mit Verkaufsbuden und schließlich gemauerten Häusern. So entstanden jene Siedlungen, die man heute noch als Märkte bezeichnet. In ihnen und in den bald folgenden Städten, die über noch zahlreichere Produktionsmöglichkeiten und größere Rechte verfügten, fluktuierte ein ständiges Wirtschaftsleben. Deshalb wird auch von einem permanenten oder immer währenden Markt gesprochen.

Daneben gab es aber auch weiterhin noch besondere Märkte, die die Grund- und Landesherren im Interesse ihrer Untertanen - man würde heute sagen Volkswirtschaft - unterhielten, förderten oder auch erst einrichteten. Die bekanntesten davon sind die alten Kirchweihmärkte, die am Tag des Ortsheiligen gehalten wurden und als Josefi-, Michaeli-, Gallimarkt usw. meist auch heute noch bestehen. Durch sie war es auch auswärtigen Produzenten und Händlern auch möglich, ihre Waren an einem ihnen sonst nicht zugänglichen Ort abzusetzen. Andererseits konnte die Stadt- oder Marktbevölkerung hier zu Waren kommen, die am eigenen Ort vielleicht gar nicht hergestellt oder auch nur gehandelt wurden. Auch als Preiskorrektiv spielten die Märkte stets eine nicht zu unterschätzende Rolle. In Altbayern wurden sie vielfach Dulten genannt, eine Bezeichnung, die vom Lateinischen indultum (= Gnade, Ablass) herrührt und eine besondere Erlaubnis bedeutet.


Historie


Die Gründungsurkunde der Bartlmädult (Jahrmarkt) In der Freyung (Stadtarchiv Landshut, Copialbuch Band 22).

Auch Landshut verfügt über zwei solcher Dulten, die als Frühjahrsdult und Bartlmädult bekannt und sehr alt sind. Die ältere wird Bartlmädult genannt, weil sie in den Tagen um St. Bartlmäus (24. August) abgehalten wird. Sie wurde von Herzog Heinrich d.Ä. im Jahre 1339 in die damals neugegründete Freyung gestiftet. Diese leitet ihren Namen davon her, dass die Neusiedler für zehn Jahre von der Steuer befreit sein sollten. Von dieser Bartlmädult hat sich die Stiftungsurkunde erhalten, so dass man über Zweck und Art der Einrichtung genau unterrichtet ist. Wer zur Bartlmädult kam, genoss Geleitschutz sowie einen besonderen Marktfrieden und war mit seinen Waren zollfrei. Diese durften ursprünglich von Einheimischen und Fremden nur in der Freyung verkauft werden. Die Einheimischen waren allerdings insofern bevorzugt, als sie außerhalb des eigentlichen Marktplatzes auch im Kleinen "bei Elle und Waage" absetzen durften.

Die Verkaufsvorschriften nennen eine ganze Reihe von Waren, die damals verkauft wurden. Wein und Tuch sollten nur im Großen abgegeben werden, Barchent, Bettzeug, Leinwand und andere Textilien mussten im ganzen Stück abgesetzt werden und durften weder zerschnitten, noch nach der Elle verkauft werden. Pfeffer, Safran- und anderes edles Gewürz war nach dem Krampfund (das größere Gewicht), Reis, Mandeln, Weinbeeren, Öl- und Hülsenfrüchte nur von 25 Pfund aufwärts zu verkaufen. Stückweise kam zum Absatz, was auf Tellern angeboten wurde, z.B. kleines Geschmeide, Nadeln, Schlösser und Scheren, aber auch Sensen, Mähgeschirr, Äxte und Beile, Sicheln, Krautmesser und alles Zimmergeschirr.


Über die Frühjahrsdult, die früher auch Bruderkirchweihdult genannt wurde, ist man nicht so gut unterrichtet. Insbesondere kennt man das Jahr ihrer Entstehung nicht. Sie steht aber sicher in Zusammenhang mit der Einweihung der Dominikanerkirche, von der sich auch ihr Name herleitet. Das Dominikanerkloster ist 1271 gegründet worden; die Kirche soll aber erst 1386 geweiht worden sein. Jedenfalls ist aber anzunehmen, dass auch diese Dult noch im 14. Jahrhundert entstanden ist. Sie scheint übrigens auch rechtlich in Abhängigkeit zum Kloster gestanden zu haben und in dessen Bereich abgehalten worden zu sein. In späterer Zeit wurden diese Unterschiede allerdings nicht mehr beachtet und die Dulten wuchsen räumlich über ihre alten Abgrenzungen hinaus. Schon aus dem Jahr 1387 weiß man, dass auf dem Rathaus, vermutlich in der zur ebenen Erde befundenen Halle, während des Bartlmämarktes gefärbtes und ungefärbtes Tuch sowie Gewand verkauft wurde.

Im 18. Jahrhundert findet man Verkaufsstände während der Dultzeit in der Kramergasse, in der Neustadt, ja selbst in Rosengasse und Altstadt. Und im vorigen Jahrhundert, seit zu den Verkaufsständen immer mehr Objekte zur Volksbelustigung, wie Schaubuden, Menagerien, Artisten und Akrobaten hinzugekommen waren, wurden auch Holzmarkt und Heuwaagplatz, der heutige Bischof-Sailer-Platz, und selbst der Dreifaltigkeitsplatz in das Dultgeschehen miteinbezogen, bis für die sogenannte Vergnügungsdult unterhalb des Friedhofes eine eigene Festwiese bereitgestellt wurde.

So haben die beiden Dulten im Laufe der Jahrhunderte für das Wirtschaftsleben von Stadt und Umgebung immer mehr an Bedeutung gewonnen. Und selbst heute auf der Grieserwiese ist sie nach wie vor eines: ein Publikumsmagnet und Event für Bürger und Gäste aus nah und fern.